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Chronik

Die Feuerwehr von Groß Gottschow

 

Im Jahre 1905 wurde die Freiwillige Feuerwehr Groß Gottschow gegründet. 1911 hatte die Feuerwehr 31 aktive Wehrmitglieder, davon 3 Führer und Vorstandsmit-glieder. Oberführer war Herr Mewes. Die Wehr gehörte der Brandenburgischen Feuer- und Unfallkasse an. Die Wasserversorgung der Feuerwehr im Dorf erfolgte über einen Pumpbrunnen und einen Teich.

 

Die Ausrüstung bestand aus folgendem:

  • 1 Signalhorn
  • 2 Nebelhörner und Hupen
  • 1 Glocke
  • 1 Dachleiter
  • 3 Anstellleitern
  • 45 Übergangs-stücke
  • 116 m Schläuche
  • 2 zweiräderige Wasserwagen
  • 1 Wagenspritze ohne Saug-werk
  • 1 Wagenspritze mit Saugwerk.

 

Jeder Bauer hatte ein natürliches Interesse am Bestehen der Feuerwehr. Daher war es üblich, dass von jedem Gehöft eine Person Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr war, wenn nicht sogar Pflicht. Jeder Bauer, der 2 Pferde besaß, war im Fall des Ausbruchs eines Feuers zu Spanndiensten verpflichtet. Aus diesem Grund wurde der Schlüssel zum Spritzenhaus unter den zu Spanndiensten verpflichteten Bauern nach einem be-stimmten System regelmäßig weitergeben.

 

Schon im 18. Jahrhundert war in Dorfordnungen festgeschrieben, was auf jedem Bauernhof zur Feuerbekämpfung bereit zu halten war. So musste die Gemeinde damals z. B. zwei Feuerhaken, zwei lederne Eimer und zwei Feuerleitern halten. Jeder Hofwirt sollte eine feuerfeste Laterne haben, verschiedene Haken und lederne Eimer. In regel-mäßigen Abständen sollten sogenannte Feuervisitationen durchgeführt werden, bei denen nachgesehen wurde, ob alle Instrumente in einem ordentlichen Zustand sind, die Feuerstellen in sicherem Zustand, feuerfangende Sachen davon gehörig entfernt und die Bewohner überhaupt mit Feuer vorsichtig waren. Weiterhin war hier festgeschrieben wie sich ein jeder bei Feuerausbruch zu verhalten hatten: „Bei entstehendem Feuer ist jeder, so es zuerst gewahr wird, schuldig, Lärm zu schlagen und wer zuerst dazu gelangen kann, die Sturmglocke zu schlagen. Unverzüglich nach erhaltener Nachricht vom Feuer muß sich sogleich ein jeder im Dorfe mit Äxten, Beilen und Eimern zum Feuer begeben und jeder so er Pferde hat mit einem, zwei oder mehreren Tubben Wasser anfahren. ... Die Mannespersonen müssen besonders das Einreißen der Gebäude und alle schweren und männlichen Arbeiten verrichten, die Frauenpersonen aber das Wasser schöpfen, tragen und gießen. Die Altsitzerleute, denen die Arbeit zu schwer ist, müssen Obacht geben das nichts gestohlen wird. Nach gelöschtem Feuer und solange die Glut zu spüren, müssen mehrere erwachsene Leute zur Wache dabei bleiben, die Wassergefäße wieder aufgefüllt und nebst den übrigen Gerätschaften in Bereitschaft gelassen werden.“ Weiteres ist in dieser Chronik in der Dorfordnung zu Groß Gottschow von 1787 in den §§13 und 14 nachzulesen.

 

Aus Aufzeichnungen des Lehrers Zimmermann aus dem Jahr 1907 geht hervor, dass vor 1907 ein Spritzenhaus „... näher als 8 m von den Schulfenstern entfernt errichtet worden war....“ Das Spritzenhaus wurde nun an entgegegengesetzter Seite der Straße erbaut. Ein größeres Spritzenhaus war notwendig geworden, da die Gemeinde eine neue Spritze angeschafft hatte. Die alte Spritze genügte nicht mehr, da seit einigen Jahren (1905) die Freiwillige Feuerwehr im Orte besteht. Durch Verlegung des Sprit-zenhauses ist der Garten des Lehrers vergrößert worden. Im Sommer 1908 erhielt der Lehrer einen neuen Holzstall, der auf dem Schulhof errichtet wurde. In dem abge-rissenen Spritzenhaus befand sich nämlich ein Kohlenstall für die Schule.

 

So ist dann wohl 1907/08 ein neues Spritzenhaus an dem heutigen Standort errichtet worden.

 

Durch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind regelmäßig einmal im Jahr in den Haushalten im Dorf im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes Brandschutzschauen durchgeführt worden, so wie es auch schon in der alten Dorfordnung festgeschrieben worden war. Hierbei wurde besonderes Augenmerk auf die Lagerung von Asche gelegt. Während der Erntearbeiten erfolgten Temperaturmessungen von Heu und eingelager-tem Getreide, Druschplatzkontrollen und die Überprüfung von E-Anlagen. In den Wintermonaten wurden die Mitglieder der Feuerwehr geschult, an den Gerätschaften ausgebildet und die Handhabung ihrer Ausrüstung kontrolliert. Sehr viel Wert wurde auch auf die Pflege und Wartung des Fahrzeuges und der Gerätschaften gelegt, um eine ständige Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Die Wehr bereitet sich bis in die heutige Zeit intensiv auf Wirkungsbereichs- bzw. Kreisausscheide vor und ist auch stets tatkräftig zur Absicherung anderer Veranstaltungen zur Stelle.

 

1958 erhielt das Dorf eine Drehstromalarmsirene.

 

1966 hatte die FF eine Gesamtstärke von 28 Mann, davon 25 Aktive. 1968 war die Mannschaftsstärke auf 30 Mann angewachsen. Im April 1967 musste die Wehr zu einem Großbrand im Dorf ausrücken. Es brannte der Jungrinderstall der LPG „Empor“. Von den Tieren konnte keins gerettet werden. Das Feuer war vorsätzlich von einem ehemaligen Mitglied der FF gelegt worden.

 

Schon in den 60er Jahren gab es in der FF neben der Männermannschaft eine Jugendgruppe und eine Frauengruppe.

 

1969 wurde das Dach vom Spritzenhaus ausgebessert. Die Decke sollte mit feuer-hemmenden Platten gestaltet werden, was damals nicht realisiert wurde.

 

Vor 1993 war Erhard Kuhlmann Wehrführer in Groß Gottschow. Im Herbst 1993 über-nahm Thomas Blumenthal die Leitung der FF.

 

Uwe Blumenthal und Feuerwehrmann Bert Höcker

Hauptfeuerwehrmann Uwe Blumenthal und Feuerwehrmann Bert Höcker arbeiten an einer neuen Auffahrt zum Gerätehaus

 

1994 wurde das Spritzenhaus neu eingedeckt und bekam neue Tore. Das alte Spritzenhaus bekam einen neuen beheizbaren Raum für die Unterbringung der Gerät-schaften. Die Vorarbeiten hierzu leisteten Wehrmitglieder. Entsprechende Maschinen-technik wurde von den ansässigen landwirtschaftlichen Betrieben bereit gestellt.

 

Spritzenhaus

Das Spitzehaus im Jahre 2003

 

Die Freiwillige Feuerwehr Groß Gottschow erreichte beim Amtsausscheid im Mai 1996 in Krampfer, an dem 14 Mannschaften teilnahmen, den zweiten Platz. Danach wurde vor dem Spritzenhaus zünftig gefeiert.

 

Feier

 

Einen Löschteich gab es schon vor über 100 Jahren im Dorf. Nach dem 1. Weltkrieg ist wahrscheinlich der heutige Löschteich geschaffen worden. Damals war der Teich nicht eingefriedet. Später war er mit einem Zaun aus Maschendraht gesichert. In den Jahren 1948/49 war der Zaun durchlässig geworden und ein Kind ertrank beim Spielen darin. In den 60er Jahren wurde der Teich gereinigt und ausgebessert. 1969 wurde ein Metallzaun um den Löschteich aufgestellt. Der Wasserstand betrug immer 1 bis 2 m. Bei den Großbränden in Gottschow 1967 und 1968 wurde aus diesem Teich das Löschwasser entnommen.

 

Im Jahre 1997 wurde der alte Löschteich im Dorf einer gründlichen Sanierung unterzogen. Dabei wurde die Mauer zur Straßenseite hin erneuert.

 

Die Sanierung des Feuerlöschteiches im Dorf im Jahr 1997

Die Sanierung des Feuerlöschteiches im Dorf im Jahr 1997

 

Ein zweiter kleiner Feuerlöschteich im Ausbau Kahlhorst auf der rechten Seite vor dem ersten Wohnhaus kam 1999 hinzu.

 

Löschteich neu

 

Im Mai 2003 richtete die FF Groß Gottschow den Ausscheid der Jugendwehren unserer Gemeinde Plattenburg aus. Auf dem Wettkampfplatz vor dem alten Sportplatz war alles bestens vorbereitet, als die Jugendwehren nach ihrem Marsch durch das Dorf hier eintrafen. In den Pausen zwischen den Wettkämpfen sorgte Wilfried Wussow vom Ortsbeirat für ein wenig Abwechselung. Er zeigte den jungen Feuerwehrleuten, wie man mit Pfeil und Bogen umgeht.

 

Mai 2003 Marsch der Jugendwehren der Gemeinde Plattenburg durch das Dorf

Mai 2003 Marsch der Jugendwehren der Gemeinde Plattenburg durch das Dorf

 

Im Jahr 2005 beginn die Feuerwehr das Jubiläum des 100jähriges Bestehens.